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Kino 28.09.2026

Babylon Berlin-Autor wettert gegen das Finale von Staffel 5: "Halte ich für gefährlich"

Babylon Berlin-Autor wettert gegen das Finale von Staffel 5: "Halte ich für gefährlich"
Noch vor dem langerwarteten Finale von Babylon Berlin meldete sich der Autor der Romanvorlagen zu Wort. Volker Kutscher sieht die 5. Staffel seiner Buchadaption historisch gesehen kritisch.

Erst wenige Tage sind seit dem erschütternden Serienfinale von Babylon Berlin vergangen. Die historische Hauptstadtserie verarbeitet am Ende den Reichstagsbrand 1933 sowie die umstrittene Jagd nach Hitlers Krankenakte. Dabei bedient sich Staffel 5 sowohl manchen wahren Begebenheiten als auch an der kreativen Freiheit: Letztere wurde bereits scharf von Volker Kutscher kritisiert, der die Romanvorlagen der Serie verfasste.

Babylon Berlin-Autor Volker Kutscher hält die finale Staffel für gefährlich

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung  sprach Autor Volker Kutscher bereits vor zwei Wochen über seine Bedenken bezüglich des Babylon Berlin-Finales. Die Serienmacher Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries seien zwar von Anfang an von der Buchvorlage abgewichen, hätten dabei aber keine so starke Geschichtsverdrehung betrieben wie in der finalen Staffel. Dabei geht es Kutscher vor allem um die Vorgänge rund um den Reichstagsbrand und Hitlers Krankenakte:

Es ist ja nicht einmal erwiesen, ob es Hitlers Krankenakte wirklich gegeben hat. Und selbst wenn: Hätte man die Nazis stoppen können, wenn man sie veröffentlicht hätte? Wenn die Serie das mit solcher erzählerischer Wucht behauptet und am Ende noch den Eindruck erweckt, genauso sei es gewesen, dann halte ich das für gefährlich. Ebenso, wie dort die Hintergründe des Reichstagsbrands geschildert werden. Die Serie tut so, als wüsste sie, wie es wirklich gewesen ist.

Kutschers Vorwurf: Babylon Berlin spekuliert über historische Fakten

Die tatsächlichen Umstände kenne laut Kutscher auch 90 Jahre nach dem Ereignis niemand – die Serie gehe einen Schritt zu weit, wenn sie mit fiktionalen Charakteren zu erklären versuche, wie die Nazis an die Macht kommen konnten. Die Romane halten sich in dieser Hinsicht zurück. Das sehe der Autor vor allem angesichts der Relevanz des geschichtlichen Stoffes kritisch:

Ich finde, wenn es darum geht, wie die erste deutsche Demokratie zerstört worden ist, sollte man sich mit Behauptungen zurückhalten, die letztlich auf Verschwörungstheorien beruhen. Da macht man es sich zu einfach.

In der Serie werden mehrere tatsächlich historische Ereignisse auf einen Zeitraum von wenigen Tagen zusammengezogen. Zudem wird eine Verschwörung unter "Großindustriellen und rechtsradikalen Verschwörern" dargestellt, die die deutsche Bevölkerung in Kutschers Augen zumindest in Teilen von Schuld entlaste – das vereinfache historische Tatsachen, die in Wahrheit wesentlich komplexer und bis heute nicht eindeutig aufzuschlüsseln seien.

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