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Europäischer Buchmarkt: Heimische Autoren statt „Shades of Grey“

20.04.2017. – Europa präsentiert sich vielfältig, auch im Buchmarkt: Nachdem in den vergangenen Jahren oft globale Phänomene wie „Shades of Grey“ oder „Harry Potter“ die Bestsellerlisten anführten, stehen 2017 bislang nationale Autoren hoch im Kurs. Wie eine Sonderauswertung von GfK Entertainment anlässlich des „Welttag des Buches“ zeigt, landen heimische Schriftsteller bei neun von zehn untersuchten Ländern in der Top 3 der meistverkauften Bücher des laufenden Jahres. Insgesamt schaffen viele Polit-Titel den Sprung nach vorne, darunter Hugo Portischs „Leben mit Trump“ (meistverkauftes Sachbuch in Österreich), Mohamed El Bachiris „Ein Dschihad der Liebe“ (dritterfolgreichster Belletristik-Titel in den Niederlanden) oder die Analyse „Quinta-Feira e Outros Dias“ von Ex-Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva (beliebtestes Buch in Portugal).

Schweizer Leser haben es mehrheitlich auf Martin Suter abgesehen, dessen neuer Roman „Elefant“ sich 2017 bisher besser als jedes andere Buch verkauft. Auch das erfolgreichste Sachbuch stammt von einem Landsmann, und zwar Philipp Gurt, der in „Schattenkind“ das schwierige Thema Kindesmissbrauch behandelt. In Österreich platziert sich Bernhard Aichner mit seinen Krimis „Totenrausch“, „Totenhaus“ sowie „Totenfrau“ gleich dreifach in der Top 5. In Deutschland rangiert Jojo Moyes („Im Schatten das Licht“) zwar wie in Österreich ganz oben – aber auch hier erobern zwei nationale Titel die Top 5: Sebastian Fitzeks „AchtNacht“ und Klaus-Peter Wolfs „Ostfriesentod“.

Belgier hieven die Comic-Schreiber Merho (Flandern) und Hergé (Wallonien) an die Spitze, während Niederländer den Kinderbuchautor Jacques Vriens bevorzugen. In Italien kommt „Good Night Stories for Rebel Girls“, Francesca Cavallos und Elena Favillis Märchenbuch für starke Mädchen, am besten an. Spanier setzen auf ihre Topautoren Fernando Aramburo („Patria“) und Carlos Ruiz Zafón („Das Labyrinth der Lichter“); Polen lassen sich von Sexualwissenschaftlerin Michalina Wisłocka in die „Kunst der Liebe“ einführen.

Obgleich nicht ganz so omnipräsent wie E. L. James & Co., gibt es dennoch einige Bestsellerautoren, die in mehreren Länder-Hitlisten vertreten sind. Neben der bereits genannten Jojo Moyes zählen dazu Elena Ferrante („Neapolitanische Saga“, Plätze eins und zwei in Frankreich sowie drei und vier in der Schweiz) und Paula Hawkins („Girl on the Train“, Rang drei Belletristik in Frankreich und Belgien/Flandern).

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